New York: Manhattan
Wer erstmals aus dem Subway hinaustritt auf die Fifth Avenue, dem verschlägt es die Sprache. Die gigantischen Kulissen – bekannt aus Filmen und Romanen – sind mit einem Mal zum Greifen nah. Überbordendes Leben zwischen hupenden Taxis, meterlangen Limousinen und gehetzten Fahrradkurieren.
Manhattan ist die Schaltzentrale. In diesem Fegefeuer der Eitelkeiten sind Superlative Normalität: Nirgendwo sonst sind die Luxushotels exklusiver und die Restaurants erlesener. In kaum einer anderen Metropole haben die Shopping-Adressen so klingende Namen – sei es Tiffany’s oder Diamond Row. Hier tummeln sich die Superreichen. Wer die Fifth Avenue nicht hinauf- und hinunterspaziert ist, der hat den Big Apple nie wirklich gesehen. Ihr Ziel: Die edelsten Kaufhäuser, die angesagtesten Clubs und die mondänsten Galerien. Highlights gibt es auch in Sachen Kultur: In der New York Public Library lagern neun Millionen Bücher und 22 Millionen Manuskripte. In der Carnegie Hall dirigierte 1891 Tschaikowsky, wurden die Beatles und Leonard Bernstein bejubelt.
20 Millionen Menschen strömen jährlich über den Times Square, dem unumstrittenen Brennpunkt New Yorks. “Crossroads of the world” heißt diese Schnittstelle von Broadway, Seventh Avenue und 42nd Street zu Recht. Dort kostet die mit 2.813 Quadratmetern größte Werbetafel seinen Mieter im Monat rund 150.000 Dollar – das teuerste Reklameschild der USA. Hier drängen sich legendäre Theaterpaläste: Im Theater-District entlang des Broadway gehen Weltklasse-Musicals über die Bühnen, begannen Weltkarrieren wie die von Barbra Streisand und Frank Sinatra.
Eine Liebeserklärung an die 7,3 Millionen Mega-City ist immer auch ein Blick in die Höhe – hinauf und entlang der Fassaden ihrer Wolkenkratzer. Wenn die breiten, lärmenden Avenues die Schlagadern des Big Apple sind, dann stützen seine himmelsstürmenden Türme die Metropole wie ein Gerüst aus Stahl, Glas und Stein. Nicht umsonst erkennt man im Financial District und in Midtown Manhattan Touristen meist an ihren nach oben verdrehten Hälsen. Fast ehrfürchtig bestaunen sie die schier endlos aufragenden Denkmäler, die Architekten, Konzerne und Industrielle sich hier setzten.
Vor allem entlang der Sixth Avenue reihen sich die gigantischen Bauten so selbstverständlich aneinander wie sonst nur Reihenhäuser in Recklinghausen. In der Nacht bietet das Meer beleuchteter Hochhausspitzen ein Bild wie nicht von dieser Welt: Eine verschwenderische Machtdemonstration menschlicher Fantasien. Ein Muss auf dem Besuchsplan: Empire State Building, Trump Tower und Rockefeller Center. Weder Straßenkarte noch Reiseführer können die unerhörte Dichte an Sehenswürdigkeiten komplett wiedergeben. Hier gilt: In der Ruhe liegt die Kraft. Besucher sollten – am Anfang wenigstens – ihre Faltpläne einfach wieder in die Tasche stecken und losbummeln.
Foto: NYCVB
(ecada/cam)